Wahr oder falsch – schwarzer Tee kann auch beruhigend wirken

Um Tee ranken sich ja einige Mythen und Legenden. Während viele dieser Legenden noch aus alten Zeiten stammen, gibt es aber so manche, die durchaus der Neuzeit zuzuschreiben sind. Eine dieser modernen Mythen ist die „Drei-bis-fünf-Minuten-Regel“. Was es genau mit dieser Regel auf sich hat und ob sie der Wahrheit entspricht oder doch eher ins Land der Mythen und Legenden gehört, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist die Drei-bis-fünf-Minuten-Regel?

Die Drei-bis-fünf-Minuten-Regel wird besonders gerne in Kombination mit Schwarztee erwähnt. Kurz zusammengefasst besagt diese Regel, dass schwarzer Tee bis zu einer Ziehzeit von drei Minuten anregend wirkt und ab einer Ziehzeit von fünf Minuten eine beruhigende Wirkung erhält. Man spricht hier auch von einer sogenannten Doppelwirkung, also dass eine Teesorte über zwei verschiedene Wirkungsweisen verfügt.

Als Schwarztee-Fan bedeutet das für Sie also, dass Sie zu keiner Tages- und Nachtzeit auf Ihren geliebten Tee verzichten müssen. Schließlich können Sie Ihren Tee morgens drei Minuten ziehen lassen und erhalten so einen tollen Muntermacher. Und in den Abendstunden lassen Sie den schwarzen Tee einfach fünf Minuten ziehen und können ihn dann als entspannenden Schlummertrunk zu sich nehmen. Das klingt doch zu schön, um wahr zu sein! Ist es leider auch. Denn die Drei-bis-fünf-Minuten-Regel ist nichts weiter als ein hartnäckiger Mythos, der einfach nicht abdanken will.

Eine bittere Enttäuschung

Wenn Sie Ihren Schwarztee fünf Minuten oder länger ziehen lassen, in der Hoffnung, dadurch einen tollen Schlaftee zu erhalten, dann werden Sie bitter enttäuscht werden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn selbstverständlich wirkt schwarzer Tee ab einer Ziehzeit von fünf Minuten nicht beruhigend. Und auch dann nicht, wenn er zehn, fünfzehn oder sogar zwanzig Minuten gezogen hat. Der Tee macht dann immer noch genauso wach wie vorher und bildet zudem auch noch einen unangenehm bitteren Geschmack aus, durch den der Tee sogar komplett ungenießbar werden kann. Meist ist der Tee dann auch nicht mehr zu retten und muss wohl oder übel im Abfluss des Spülbeckens landen. Wie ärgerlich!

Woher stammt der Mythos?

Dass es sich bei der Drei-bis-fünf-Minuten-Regel also um bloßen Quatsch handelt, haben wir damit geklärt. Aber woher stammt dieser Mythos eigentlich? Schließlich muss man ihn ja aus irgendeinem Grund in die Welt gesetzt haben. Um ganz ehrlich zu sein, steckt doch tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit hinter diesem Mythos.

Denn schwarzer Tee enthält natürlich nicht nur Koffein, sondern viele weitere Inhaltsstoffe. Dazu zählen auch die sogenannten Gerbstoffe, die unter anderem auch für den herben Geschmack des Tees verantwortlich sind. Zusätzlich dazu haben Gerbstoffe auch die Eigenschaft, das Koffein an sich zu binden.

Je länger ein schwarzer Tee zieht, desto mehr Gerbstoffe werden auch ins Wasser abgegeben. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Tee mit zunehmender Ziehzeit immer bitterer schmeckt, sondern auch dafür, dass das Koffein immer stärker durch die Gerbstoffe gebunden wird. Bevor das Koffein in unseren Blutkreislauf gelangen kann, muss diese Verbindung in unserem Körper erst wieder aufgespalten werden. Die Folge davon ist, dass das Koffein deutlich langsamer wirkt. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass der Tee seine wachmachende Wirkung verloren hat.

Ab einer Ziehzeit von fünf Minuten werden wesentlich größere Mengen an Gerbstoffen ins Teewasser abgegeben. Folglich wird auch mehr Koffein gebunden. Und damit sind wir auch schon dem Ursprung dieser Legende auf die Schliche gekommen.

Also sollte ich abends keinen Schwarztee mehr trinken?

Wenn Sie nicht gerade vorhaben, die Nacht durchzumachen, dann sollten Sie in den Abendstunden nicht mehr unbedingt zu schwarzem Tee greifen – auch dann nicht, wenn er fünf Minuten oder mehr gezogen hat. Denn auch dann enthält der Tee noch Koffein und wirkt damit anregend.

Wenn Sie allerdings nicht auf Ihren abendlichen Teegenuss verzichten möchten, dann können Sie ganz einfach zu einer koffeinfreien Teesorte greifen. Dazu zählen die meisten Kräutertees, Früchtetees und auch Rooibos Tees. Es empfiehlt sich dabei natürlich immer vorher einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Denn auch in diesen Tee Sorten können sich schwarzer Tee oder grüner Tee verstecken.

Mit dem „Mein Lieblingstee“ Finder in unserem Onlineshop können Sie sich mit nur einem Klick alle koffeinfreien Tees anzeigen lassen. Zudem haben Sie hier die Möglichkeit, unsere Tees nach Geschmack zu filtern und so den Tee zu finden, der zu einhundert Prozent zu Ihnen passt. Schauen Sie doch mal rein!

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