Gelber Tee in Porzellantasse

Was ist eigentlich gelber Tee?

Grün, schwarz oder weiß – diese Teesorten kennt wohl jeder. Aber wussten Sie schon, dass es auch gelben Tee gibt? Nein, wir reden jetzt nicht von unserem Früchtetee Sonnenanbeter. Mit dem hat der gelbe Tee so gar nichts gemein. Doch was verbirgt sich dann hinter dieser kuriosen Teespezialität?

Eine goldgelbe Kostbarkeit

Seinen Ursprung hat der gelbe Tee in China. Für die Produktion von gelbem Tee berühmte Regionen sind die Provinzen Anhui, Sichuan und Yunnan, die auch sehr hochwertige grüne Tees hervorbringen.  Das ist kein Zufall, schließlich sind sich der Herstellungsprozess von grünem Tee und gelbem Tee sehr ähnlich.

Das Herstellungsverfahren von gelbem Tee ist äußerst aufwendig. Deshalb stellten ihn Teebauern früher meist nur für den Eigengebrauch her. Auf dem Markt wäre er unverkäuflich gewesen, schließlich steigen mit dem Aufwand auch die Preise. Das änderte sich am Anfang der Qing Dynastie. Zu diesem Zeitpunkt wurde nämlich der chinesische Kaiser auf den gelben Tee aufmerksam. Er beanspruchte das edle Getränk für sich, weshalb es von diesem Zeitpunkt an nur noch für den kaiserlichen Hof produziert wurde. Die Herstellungsmethode ließ er zum höfischen Geheimnis erklären und für lange Zeit unter Verschluss halten. Aus diesem Grund existieren von gelbem Tee nur sehr wenige Varianten, während grüner Tee viel weiter verbreitet ist.

So wird gelber Tee hergestellt

Der Herstellungsprozess von gelbem Tee gleicht in den ersten Schritten der Produktion von grünem Tee. Auch hier lässt man die Blätter zunächst welken, rollt sie anschließend und röstet sie zu guter Letzt in einem heißen Wok. Jetzt erfolgt noch ein zusätzlicher Arbeitsschritt – die Blätter werden in Stoff- oder Papiertücher verpackt und mit heißem Wasserdampf behandelt.

Während dieses Vorgangs beginnen die Teeblätter zu oxidieren. Der Oxidationsprozess läuft jedoch deutlich langsamer ab, als beispielsweise bei schwarzem oder Oolong Tee. Bei dieser Art von Oxidation sind jedoch nicht die Enzyme im Pflanzensaft für die Verfärbung der Teeblätter verantwortlich, sondern die hohen Temperaturen, die in den Teebündeln herrschen. Durch sie kommt es zu einem thermischen Zerfall des in den Blättern enthaltenen Chlorophylls – das heißt, es wird durch die hohen Temperaturen zerstört. Der gelbe Farbstoff ist bereits in den Teeblättern vorhanden, wird jedoch eigentlich vom Chlorophyll überlagert. Durch den Abbau des Chlorophylls, welches den Teeblättern ihre grüne Farbe verleiht, wird dieser gelbe Farbstoff sichtbar.

Bis dieser Oxidationsprozess abgeschlossen ist, können bis zu drei Tage vergehen. In diesem Zeitraum müssen die Tücher, in denen die Teeblätter verpackt sind, regelmäßig gewechselt werden. Auch der heiße Dampf muss kontinuierlich zugeführt werden. Haben die Teeblätter den gewünschten Oxidationsgrad erreicht, so werden sie abschließend noch einmal geröstet. Der Oxidation wird somit ein Ende gesetzt und die Teeblätter behalten ihre gelbe Farbe bei.

Der Herstellungsprozess von gelbem Tee ist äußerst zeit- und arbeitsaufwendig. Ähnlich wie bei weißem Tee kommen hier ebenfalls nur die jungen Blattknospen in Frage. Aufgrund des hohen Aufwands werden von gelbem Tee nur sehr kleine Mengen im Jahr produziert, die dann auch oftmals hohe Marktpreise erzielen.

Die richtige Zubereitung  von gelbem Tee

Nicht nur in seiner Herstellung ähnelt gelber Tee dem grünen Tee, sondern auch in seiner Zubereitung. Für eine Tasse gelben Tee wird etwa ein Teelöffel Teeblätter benötigt. Diese werden mit 80-85°C heißem Wasser übergossen. Verwenden Sie dazu am besten stilles Mineralwasser oder gefiltertes Leitungswasser. Zu kalkhaltiges Wasser kann den feinen Geschmack des Tees schnell verfälschen.  Die Ziehzeit beträgt bei gelbem Tee drei Minuten.

Auch gelber Tee kann problemlos mehrmals aufgegossen werden. Je nach Qualität sind hier zwei bis drei weitere Aufgüsse möglich, wobei die Ziehzeit pro Aufguss etwas verlängert werden muss. Gelber Tee hat ein leicht nussiges Aroma, das unter Umständen auch von leicht fruchtigen Noten begleitet werden kann.

In unseren Breitengraden ist gelber Tee eine echte Rarität und wird oftmals zu stolzen Preisen verkauft. Sollten Sie einmal die Gelegenheit haben, Bekanntschaft mit der chinesischen Spezialität zu machen, dann nutzen Sie sie auf jeden Fall. Es lohnt sich!

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