Tee aus Teeschalen

Traditioneller Teegenuss aus Teeschalen

Wirft man einen Blick in deutsche Teeküchen, so bietet sich fast überall das gleiche Bild – neben der Teekanne aus Glas, Porzellan und in manchen Fällen auch Keramik finden sich auch zahlreiche Teetassen in allen nur erdenklichen Formen, Farben und Materialien. In vielen asiatischen Ländern sieht das ganz anders aus. Hier trinkt man Tee aus Teeschalen. Die sehen mit ihren aufwendigen Verzierungen nicht nur richtig toll aus, sondern haben auch noch eine lange Tradition

Der Ursprung der Teeschalen

Wie Tee selbst, so haben auch die Teeschalen ihren Ursprung im alten China. Zu Beginn der chinesischen Teekultur war es üblich, Tee in einem großen Kessel zu kochen. Der fertige Tee wurde dann mit einer Kelle aus dem Kessel geschöpft und auf die Schalen verteilt. Wann genau die erste Teeschale nach Japan kam, das ist nicht überliefert. Allgemein nimmt man aber an, dass es sich dabei um den Zeitraum zwischen dem 10. und dem 11. Jahrhundert nach Christus gehandelt haben muss. Während sich in China die Teekultur immer mehr verfeinerte, hielt man in Japan noch an den alten Teetraditionen fest. Erst im 13. Jahrhundert, als sich immer mehr buddhistische Mönche aus Japan auf Studienreisen in China befanden und neues Wissen ins Land brachten, wurde in Japan der Tee nicht mehr in Kesseln gekocht – sondern in kunstvoll verzierten Teekannen.

Diese Teeschalen gibt es

Im Grunde genommen darf man eigentlich nicht von „der Teeschale“ sprechen. Schließlich haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele verschiedene Ausprägungen des schönen Teegeschirrs entwickelt – alle mit kleinen aber feinen Unterschieden. Vor dem 7. Jahrhundert nach Christus wurden Teeschalen hauptsächlich aus Ton oder Keramik gefertigt. Mit der Entdeckung des Porzellans wurde dieses Material auf einmal bei der Herstellung von Teeschalen bevorzugt. Jedoch finden sich auch Schalen, die aus Holz, Glas oder Metall bestehen. In Japan unterscheidet man zwischen diesen verschiedenen Arten von Teeschalen.

Chawan

Die Chawan ist die älteste der japanischen Teeschalen. Sie war eine Erfindung der Chinesen und gelangte als Mitbringsel von buddhistischen Mönchen nach Japan. Sie ist das Herzstück der traditionellen japanischen Teezeremonie und kommt dort noch immer zum Einsatz.

Hagi

Die Hagi hat ihren Ursprung in Korea und wurde dort im 17. Jahrhundert erfunden. Diese aus Keramik gefertigte Teeschale existierte in zwei Ausführungen, die sich in ihrer Größe unterschieden. Die kleineren Schalen waren dabei für die Frauen gedacht, während die größeren Schalen für die Männer reserviert  waren. Teeschalen zählten ursprünglich zum Geschirr der Oberschicht und wurden nur selten von der einfachen Bevölkerung genutzt. Mit der Hagi änderte sich das. Die Füße dieser Schalen wurden mit Kerben versehen, wodurch sie beschädigt wirkten. Auf dem Markt erzielten sie deshalb deutlich niedrigere Preise als andere Teeschalen und waren somit auch für gewöhnliche Bürger erschwinglich

Oribe

Benannt ist die Oribe nach ihrem Erfinder – dem Teezeremonienmeister Furuta Oribe. Die Oribe besteht ebenfalls aus Keramik und ist die erste Teeschale, die über eine farbige Glasur verfügt. Klassische Oribe Teeschalen verfügen über eine charakteristische grüne Färbung. Diese entsteht während des Brennvorgangs, wenn Feldspat, Reisstrohasche und Kupfercarbonat auf dem Ton, der stark eisenhaltig ist, oxidieren.

Shino

Shino Teeschalen stammen aus dem 16. Jahrhundert und sind nach dem Vorbild chinesischer Teeschalen aus der Song-Dynastie (960 – 1279 nach Christus) gefertigt. Kennzeichnend für diese Art von Teeschale ist eine weiße Feldspat Glasur und eine Verzierung aus Riss- und Nadellochmustern.

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