Weitläufige Teeplantage

Schadstoffe im Tee – Pestizide, Mineralöle und chemische Stoffe

Immer wieder hört, sieht und liest man in den Medien von belasteten Teesorten. Vor allem grüner Tee aus China, Indien und Afrika steht dabei immer wieder in der Kritik. Am häufigsten werden bei Tests Pestizide in den Tees nachgewiesen. Dennoch gehört Tee zu einem der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Und es kommt bei den Belastungen mit Schadstoffen auch etwas auf die jeweilige Teesorte an. Da Bio-Tees nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden dürfen, zeigen Tests bei diesen Tees meist eine geringere Belastung mit Schadstoffen an.

Mit welchen Schadstoffen kann Tee belastet sein?

Aufgrund der verschiedenen Herstellungsarten und den unterschiedlichen Inhaltsstoffen von grünem, schwarzem, Früchte- und Kräutertee können sich auch die Verunreinigungen unterscheiden. Die folgenden Belastungen zählen dabei zu den am häufigsten in Tee vorkommenden Schadstoffen:

Pestizide

Dazu zählen hauptsächlich Mittel zur Schädlingsbekämpfung und Pflanzenschutzmittel. Mittlerweile existieren über hundert verschiedene chemisch hergestellte Pestizide, wovon jedoch einige bereits verboten wurden.

Herbizide

Diese Wirkstoffe dienen hauptsächlich der Unkrautbekämpfung und werden zusammen mit den Pestiziden auch als Biozide bezeichnet.

Mineralöle

Ein Großteil dieser Rückstände stammt im Wesentlichen aus recyceltem Zeitungspapier. Viele Verlage verwenden preisgünstige Tinte auf Mineralölbasis, welches dann in die aus dem Recyclingpapier entstehenden Kartons gelangt.

In den ersten beiden Fällen kann der Tee auch lediglich indirekt belastet sein. Das geschieht beispielsweise dann, wenn benachbarte Teefarmen chemische Mittel zum Pflanzenschutz oder zur Schädlings- beziehungsweise Unkrautbekämpfung einsetzen. Durch den Wind, aber auch über das Wasser können die Schadstoffe dann auf den normalerweise unbelasteten Tee gelangen. Ein weiteres Problem sind unter anderem chemische Desinfektionsmittel die in manchen Produktionsstätten verwendet werden. Denn häufig vergessen die Mitarbeiter oder Reinigungskräfte schlichtweg die Maschinen mit ausreichend Wasser nach zu reinigen, sodass der anschließend darin hergestellte Tee verunreinigt wird. Die größten Belastungen treten allerdings durch Altlasten von heute meist nicht mehr zugelassen Wirkstoffen auf. Diese Schadstoffe belasten den Boden teilweise auch noch Jahre später und können immer wieder in die Teepflanze gelangen.

Ist grüner Tee besonders schwer belastet?

Gleich vorweg kann man sagen, dass vor allem die Einfuhr von grünem Tee aus China besonders streng kontrolliert wird. Grundsätzlich dürfen alle in die EU eingeführten Tees bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Bei Lieferung aus China nimmt der Zoll allerdings sehr viele Stichproben und lässt diese auf Kosten des Importeurs in einem Labor testen. Aus diesem Grund haben bereits viele Teebauern umgedacht und setzen immer weniger auf den Einsatz von chemischen Mitteln. Doch dieser Trend gilt nicht nur für China, sondern auch für andere große Anbaugebiete wie Sri Lanka und Indien.

Warum können viele Schadstoffe nicht nachgewiesen werden?

In vielen Ländern existieren noch heute viele sehr alte Wirkstoffe, die mit den heutigen Test-Methoden nicht mehr erfasst werden können. Die einzige Möglichkeit diese Schadstoffe zu erfassen, wären sehr teure Einzeltests auf einen bestimmten Wirkstoff. Die auf dem Markt befindlichen Tees können also lediglich auf die bekanntesten Stoffe getestet werden. Allerdings schließen diese Multi-Test-Methoden die wichtigsten und häufigsten Schadstoffe mit ein.

Sind Bio-Tees schadstofffrei?

Die meisten Bioteesorten sind bis auf wenige Ausnahmen frei von Pestiziden. Da beim kontrolliert biologischem Anbau keine künstlichen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, sind diese Tees weniger belastet. Allerdings müssen auch Bio-Teefarmen darauf achten, dass ihre Teepflanzen nicht durch den Einsatz von Bioziden angrenzender Farmen verunreinigt werden. Des Weiteren stellten für viele Teegärten die bereits im Boden steckenden Schadstoffe ein Problem dar. Eine Redewendung besagt, dass nach der Umstellung auf Bio Produkte, der Boden etwa 15 Jahre braucht, bis er als unbelastet gilt. Über diese Zeit sind heute jedoch die meisten Teefarmen bereits hinaus.

Fazit

Lebensmittel unterliegen in Deutschland einem sehr hohen Standard und dürfen nur nach ausgiebigen Tests eingeführt werden. Die Belastungen mit Schadstoffen von Tee gehen immer weiter zurück, da auch die Teebauern der großen Teeanbauländer China, Japan, Indien und Sri Lanka umdenken und auf den Einsatz von chemisch hergestellten Mitteln verzichten.

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