Koreanische Landschaft mit See und Bergen

Koreanische Teekultur

Wenn man an Tee und dessen Teekultur denkt, kommt einem Korea wahrscheinlich in den seltensten Fällen in den Sinn. Die geographische Nähe zu China hatte bestimmt einen großen Einfluss auf Korea und dessen Bräuche bezüglich Tee. So wurde der Tee zunächst aus China eingeführt und auch die Teekultur wurde Großteils übernommen. Fest steht aber, dass Korea mittlerweile nicht nur eigene Anbaugebiete für schwarzen und grünen Tee hat, sondern mit 1500 Jahren auch eine ältere Teekultur als die Japans. Dort begann diese laut historischer Dokumente erst rund 200 Jahre später.

Startschwierigkeiten

Lange drohte die koreanische Teekultur in Vergessenheit zu geraten, denn aufgrund zahlreicher Kriege, wachsender Armut und der hohen Steuern auf Tee waren die Bedingungen für eine ordentliche Teekultur nur bedingt geeignet. Doch buddhistische Mönche hielten eisern an der Zeremonie fest und haben die Tradition nie aufgegeben. Und siehe da, seit einigen Jahren erfreut sie sich an wachsender Beliebtheit. Es gibt verschiedene Gründe, so haben aber vor allem die Südkoreaner ein neues Bewusstsein für die eigene Kultur entwickelt und wollen den täglichen Teegenuss anhand der alten Tradition neu definieren. Abgesehen davon ist die positive und wohltuende Wirkung von Tee auf Körper, Geist und Gesundheit Grund genug dafür, weshalb immer mehr Koreaner wieder damit begannen, Tee am liebsten zu trinken.

Die Teezeremonie

Einen Tee eben mal schnell trinken hat nichts mit der koreanischen Teekultur zu tun und eine gesellige Plauderrunde wie bei den Ostfriesen gibt es dabei auch nicht. Der Verzehr des Tees soll eine Möglichkeit zur Entspannung und inneren Einkehr bieten. Man soll sich während des Teegenusses ganz auf seine fünf Sinne konzentrieren und den Fokus komplett auf dem Tee belassen.

So legen die Koreaner sehr großen Wert auf die Vorstellung, dass der Tee mit allen fünf Sinnen getrunken wird: als erstes hört man das Wasser kochen, danach riecht man den Tee, nachdem man die kräftige Farbe des Aufgusses sieht, spürt und schmeckt man den Tee zu guter Letzt.

Teegeschirr und Zubehör

In Korea wird vorzugsweise weißes Porzellan, das möglichst einfach gehalten ist, verwendet. Zum einen, weil sich dadurch die Farbe des Tees besonders gut erkennen lässt und zum anderen sicher auch, um nicht mit irgendwelchen aufwändigen oder verspielten Details abzulenken und die Konzentration zu stören. Um eine möglichst hohe Entspannung zu erreichen, gehören für viele Koreaner passende meditative Musik und Räucherstäbchen mit entspannender Wirkung genauso zum Teetrinken, wie ihre Kanne und Teetasse.

Die Bedeutung der Teezeremonie

Natürlich gibt es in anderen Kulturen Bräuche und Sitten, die sich lohnen übernommen und nachgemacht zu werden. Doch man sollte nie ganz vergessen, woher man selber kommt und wie die Bräuche dort sind. So also ist es auch verständlich das in Korea der Trend wieder zur alten Teekultur hin geht. Sie bedeutet für viele einfach ein Stück Selbstfindung, eine Möglichkeit sich zu identifizieren und sich selbst bewusst zu werden, wer man eigentlich ist. Selbstverständlich ist Teetrinken in netter Runde und schönen Gesprächsthemen immer eine angenehme Sache. Aber in der heutzutage sowieso schon so hektischen Leistungsgesellschaft brauchen wir doch gerade mal ein bisschen Ruhe. Einen Moment in dem wir abschalten können und uns ganz bewusst auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

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